Nach Die Duellisten und Blade Runner hat
man sich an die majestetische
?"sthetik des Ridley Scott
gewöhnt. Auch an seinen Sinn für
grandiose Dekors und große Effekte. Nun
hat ihm der 500.Jahrestag der Entdeckung
Amerikas einen willkommenen Anlass für
seine Ambitionen geliefert, nicht
zuletzt auch dank einer internationalen
Co-Produktion und dem damit verbundenen
Budget. Die Besetzung ist hervorragend,
die historische Rekonstruktion -- ob es
sich dabei um die Caravellen oder den
spanische Hof handelt -- dürfen als
gelungen betrachtet werden, und die
Musik von Vangelis rundet das Ganze ab.
Und dennoch: 1492
Die Eroberung des Paradieses fehlt etwas
von dem epischen Hauch, den dieses
historische Fresko verdient hätte. Zu
deutlich spürt man dahinter das
Auftragswerk eines fleißigen Schülers,
der vor allem seinem Auftragsgeber zu
gefallen sucht. Trotzdem bleibt der Film
eine Erzählung, die der Wirklichkeit
nahe kommt, mit einem Gérard Depardieu,
der dem gefolterten Seefahrer trotz
seiner englischen Sprachprobleme ein
Profil zu verleihen versteht. --Olivier
Pousset